Strategien für den Handel mit binären Optionen

Im Internet können Sie eine Vielzahl von Strategien zum Handel mit Binären Optionen finden. Wichtig ist jedoch, diese Strategien nicht einfach nur nachzuahmen, sondern den Markt der jeweils gehandelten Anlage zu verstehen. Wird z. B. mit EUR/USD gehandelt, ist es wichtig zu verstehen, warum EUR/USD fällt oder steigt, d.h. welche Faktoren Kursbewegungen beeinflussen. Wichtig ist es auch, sich zunächst nur auf einige wenige Assets zu fokussieren. Außerdem sollte die erarbeitete Handelsstrategie immer auf einem Demokonto einem Praxistest unterzogen werden. 

 

Grundsätzlich kann zwischen zwei Strategiearten im Handel mit Binären Optionen unterschieden werden:

  1. Fundamentaldatenanalyse
  2. Technische Analyse
  3. Martingale-Strategien

Die Fundamentaldatenanalyse

Im Rahmen der Fundamentaldatenanalyse beschäftigt sich der Trader nicht nur mit dem aktuellen Kursverhalten der Währung, der Aktien bzw. Rohstoffe, welche er handeln möchte, sondern bezieht in seine Betrachtungen alle Informationen des Marktes, auch der Vergangenheit mit ein. Dabei stehen nicht die Kursbewegungen an sich im Mittelpunkt, sondern eben die den Währungen, Aktien bzw. Rohstoffen zugrundeliegenden Fundamentaldaten. Forex-Währungen werden immer als Paar gehandelt, zum Beispiel Euro gegen US-Dollar (EUR/USD). Bei der Fundamentalanalyse stellt man sich vereinfacht dargestellt z. B. folgende Fragen:

„Welche Währung ist stärker?“

„Welche Volkswirtschaft leistungsfähiger?“.

Zur Beantwortung dieser Fragen werden vor allem volkswirtschaftliche Daten der betreffenden Länder in Betracht gezogen. Diese werden in regelmäßigen Abständen auf einschlägigen Finanzportalen veröffentlicht.

 

Daneben fließen in die Fundamentaldatenanalyse auch die politischen Verhältnissen der Länder der gehandelten Währungen und besondere Ereignisse, wie z. B. Naturkatastrophen, ein. Devisen- , Aktien- und Rohstoffmärkte reagieren oftmals stark auf politische Veränderungen. Ziel der Fundamentaldatenanalyse ist die Modellbildung aufgrund der gesammelten Daten für bestimmte aktuelle oder künftige Marktgegebenheiten, um dann entsprechend des Modells agieren zu können. Eine Handelsstrategie basierend auf einer Analyse der Fundamentaldaten eignet sich insbesondere für längerfristig orientierte Trader.

 

Beispiel einer Handelsstrategie mit Fundamentaldaten:

Wie oben bereits erwähnt werden wichtige Wirtschaftsdaten zu bestimmten Zeitpunkten veröffentlicht. Nehmen wir als Beispiel die Veröffentlichung des deutschen Einkaufsmanagerindex an. Ist der veröffentlichte Wert höher als der prognostizierte Wert, kann man darauf schließen, dass der EUR gegenüber dem USD steigt, da die Unternehmen mehr erwerben wollen als vorab prognostiziert. Nach Veröffentlichung dieser positiven Daten eröffnet man eine CAll (UP) - Option mit einer Ablaufzeit von beispielsweise 3 Stunden.

 

Die Fundamantaldatenanalyse ist eine sehr schwierige Handelsstrategie, da nicht bekannt ist, inwieweit bestimmte Erwartungen schon "eingepreist" sind. Aus diesem Grunde handele ich nicht nach der Fundamentaldatenanalyse.

Die Technische Analyse

Bei der technischen Analyse werden mit Hilfe von Charts Kursmuster der Vergangenheit dargestellt. Aus diesen Kursmustern der Vergangeheit versucht man nun, Informationen zu gewinnen, die dabei helfen, die zukünftige Kursentwicklung zu prognostizieren. Dabei helfen sogenannte Indikatoren, die aus den Kursdaten berechnet werden.

 

Grundsätzlich geht man bei der technischen Analyse von 3 Annahmen aus:

  1. Alle Informationen, insbesondere die Fundamentaldaten, sind in dem aktuellen Kurs enthalten und werden im Chart abgebildet.
  2. Die Kurse bilden Kursmuster, die sich wiederholen.
  3. Aufgrund dieser Kursmuster sind Annahmen über die zukünftige Kursentwicklung möglich.

Mit Hilfe der technischen Analyse und den damit einhergehenden Indikatoren möchte der Trader aslo aus den Kursen und den sich daraus ergebenden Kursmustern in die Zukunft schauen. Das Problem an der technischen Analyse ist jedoch, dass die Kurse niemals identisch - also so wie in der Vergangenheit - wiederholt auftreten. Die Kurse und Kursmuster sind dem Grunde nach jedesmal einzigartig. Dies bedeutet jedoch nicht, dass mit Hilfe der technischen Analyse nicht profitabel mit binären Optionen gehandelt werden kann. Im Gegenteil: Die Technische Analyse stellt eine große Palette an hilfreichen Tools zur Verfügung, mit der die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich am Devisenmarkt bzw. mit Binären Optionen zu handeln, steigt. 

 

Einen Einstieg in die Technische Analyse findet man hier:  http://de.wikipedia.org/wiki/Technische_Analyse

 

Einige Strategien für den Handel mit Binären Optionen auf Basis der Technischen Analyse werden hier vorgestellt: Konkrete Handelsstrategien

 

Martingale-Strategien

Bei Martingale-Strategien handelt es sich dem Grunde nach um eine Strategie aus der Spieltheorie. Wer sich die Kurse von Aktien, Devisen oder Rohstoffen einmal angeschaut hat, weiß, dass die Bewegungen der Kurse immer wellenförmig verlaufen:

Die Martingale-Strategie versucht nun, genau diese Wellenbewegungen zu nutzen. Beispielsweise wird eine CALL-Option eröffnet, ist diese nach Ablauf der Laufzeit verloren, wird der eingesetzte Betrag verdoppelt und erneut eine CALL-Option gekauft. Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis eine Binäre Option gewonnen wurde. Der gedanke dahinter ist, dass in diesem Beispiel der Kurs nicht dauerhaft fallen wird, sondern zwischenzeitlich - wie obige Abbildung zeigt - der Kurs auch steigen wird.

 

Martingale-Strategien werden häufig auf Werbeseiten für Binäre-Optionen beworben (z. B. Wallstreet-Trick etc.) und es wird unterstellt, dass der Trader mit einer solchen Strategie nur gewinnen kann. Vom Grundsatz ist dies sicherlich richtig, "irgendwann" wird sich der Kurs in die Richtung entwickeln, in die der Trader die Binäre Option eröffnet hat. Allerdings ist das Problem hieran die Frage des "wann". Und auch bei kleinen anfänglichen Einsätzen erreicht man mit der Verdopplung sehr schnell Summen, die das Tradingkonto schnell auf "Null" schmelzen lassen. Daher sollten Martingale-Strategien sehr überlegt eingesetzt werden.